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Mega-Container-Carrier vorgestellt: Koreanische Werft nimmt Bestellungen an

 

Hamburg, 29. September 2005 - Mit einer innovativen Designstudie für ein 13.000 TEU Containerschiff zeigen der Germanische Lloyd und die koreanische Werft Hyundai Heavy Industries (HHI) was hinsichtlich Größenentwicklung demnächst realisiert werden kann. Vor über 100 Kunden beim Container Forum präsentierten gestern Herr D.S. Cho, Executive Vice President von HHI, und Jan-Olaf Probst, Schiffstypenmanager Containerschiffe des Germanischen Lloyd, ihren Schiffsentwurf mit zwei Hauptmaschinen und zwei Propellern. Alle relevanten Berechnungen wurden durchgeführt und das Design durch den Germanischen Lloyd vollständig geprüft; die koreanische Werft nimmt ab sofort Bestellungen an.

Das Schiff ist 382 m lang, 54,2 m breit und hat einen Tiefgang von 13,5 m. Unter Deck werden 6.230 Container in 10 Lagen über 19 Reihen gefahren. Die 7.210 Container an Deck sind in 21 Reihen angeordnet. Mit zwei 45.000 kW-Motoren beträgt die Geschwindigkeit 25,5 Knoten. Zwei technische Neuerungen kennzeichnen die Designstudie: Die Kooperationspartner haben sich für einen doppelten Antrieb und die Trennung von Deckhaus und Maschinenraum entschieden.

Auf die Frage, mit wie viel und auf welche Art installierte Leistung eine Zielgeschwindigkeit von 26 Knoten erreicht wird, gibt es verschiedene technische Antworten: Im Vorfeld der Detailberechnungen wurde neben dem Doppelantrieb auch die Möglichkeiten einer Hauptmaschine sowie die einer Hauptmaschine mit zusätzlichem Pod-Antrieb vorgestellt. Die bisher einmalige Kostenabschätzung einer Werft für die verschiedenen Antriebsarten ergibt, dass ein Doppelantrieb nur unwesentlich kostenintensiver ist als die Variante mit nur einer Hauptmaschine.

Aus technischer Sicht spricht der Aspekt der absoluten Sicherheit für den Doppelantrieb. Im Falle eines Motorschadens ist das Schiff weiterhin navigierbar und kann aus eigener Kraft einen sicheren Hafen erreichen. Die Hauptmaschinen- und Wellengrößen entsprechen dem eines 4.000-TEU-Schiffs. Für diese Größenordnungen liegen mehr als 15 Jahre Erfahrung und reibungsloses Funktionieren vor. Motoren und Propeller dieser Größe sind weit verbreitet, die Wartung und Beschaffung von Ersatzteilen ist somit einfach und kostengünstig.

 

Die Variante mit nur einem Antrieb wirft einige bisher ungeklärte Fragen auf. Die Leistung eines 14-Zylinder-Motors ist nicht ausreichend, um eine entsprechende Geschwindigkeit zu erreichen; ein 16-Zylinder-Motor wäre wiederum zu groß. Bei der Propellergröße ist mit 9.5 m Durchmesser und einem Gewicht von 110 t aus der Sicht von HHI das Maximum erreicht. Ferner birgt der Einschrauber ein hohes Kavitationsrisiko; auch die extrem große Wellenleistung birgt Gefahren.

Um bei einem so großen Schiff die SOLAS-Anforderungen hinsichtlich des Sichtstrahls erfüllen zu können, sieht der Entwurf die Trennung von Deckhaus und Maschinenraum vor. Diese Neuerung des Deckhaus im vorderen Teil des Schiffs ermöglicht eine größere Containerkapazität sowie eine reduzierte Menge an Ballastwasser. Auch die internationalen Vorschriften zum Schutz der Brennstofftanks werden mit diesem Design erfüllt, denn diese werden in dem geschützten Bereich unter dem Deckhaus angeordnet. Nicht zuletzt erwirkt diese Innovation eine reduzierte Biegung und erhöhte Steifigkeit des Schiffskörpers.

Detailliert haben die Kooperationspartner Germanischer Lloyd und Hyundai Heavy Industries über eineinhalb Jahre alle Bestandteile des Schiffs durchgerechnet: Die Studie untersucht das Layout des Schiffs, die Anzahl der Container und deren Unterbringung, die Gestaltung der Brennstofftanks sowie Festigkeitsberechungen. Weitere Themen waren Slamming Berechnungen, Antriebsanlagen, Maschinenraumauslegung und Vibrationsberechnungen. Neben Schleppversuchen wurden auch Modelversuche zum Thema "parametrisches Rollen" bei Hyundai mit der Unterstützung des Germanischen Lloyd durchgeführt. Parallel wurde mit vom Germanischen Lloyd entwickelten Programmen das Verhalten des Schiffes im Seegang, insbesondere das "parametrische Rollen", untersucht. Ferner wurden Abgasuntersuchungen durchgeführt, um die beste Position der Schornsteine festzulegen.

Die Produktionszeit für ein solches Schiff liegt bei neun bis 10 Monaten. Aufgrund der starken Auslastung der Werft könnte eine Auslieferung nicht vor 2009 erfolgen.