CeBIT Special
     

CEBIT 2004 – Trotz schlechter Marktsituation war Hannover wieder eine Reise wert


Die Rezession ist immer noch nicht abgeklungen. Besonders den deutschen Unternehmen geht es in letzter Zeit sehr schlecht. Auf der diesjährigen CeBIT wollten sie zeigen, dass sie ihre "Ärmel hochkrempeln". Zahlreiche Marktführer aus dem In- und Ausland vergrößerten sogar ihre Standfläche, um ihr erweitertes Portfolio den Computerfreunden zu präsentieren - unter anderem Alcatel, E-Plus, LG Electronics, Microsoft, Nokia, Panasonic, Samsung und Sanyo. Auf der Negativseite der CEBIT 2004 stand die Absage einiger großer Aussteller, darunter das Flaggschiff HP mit rund 2.000 Quadratmeter Standfläche. Ihr Areal wurde nun von Microsoft m it dem "Erlebnispark der neuen Technologien" belegt. HP warlediglich noch an einigen Partnerständen vertreten.
Nichtsdestotrotz war der User groß wie eh und je. Die Deutsche Messe AG konnte über 6.000 Aussteller eine Gesamtfläche von mehr als 300.000 Quadratmetern belegen. Rund 2.700 Unternehmen aus dem Ausland waren in Hannover präsent, womit die CEBIT in jedem Fall die größte ITK-Messe bleibt: Sie verzeichnete mehr Aussteller als die sieben größten ITK-Messen weltweit zusammen!
Das Credo auf der diesjährigen CeBIT hieß "Digital Lifestyle". Der Slogan sollte das Zusammenwachsen von Computer und Unterhaltungselektronik ausdrücken. Ein weiterer Schwerpunkt war die Verschmelzung von Unterhaltungs- und Business-Anwendungen. Viele Firmen wollten Lösungen für den Dual Use etwa von PDA und Digitalkameras vorstellen. Andere Hauptthemen der CeBIT 2004 waren die neuen Kommunikationsmöglichkeiten durch UMTS und WLAN, Business Intelligence, IT-Security, E-Government und E-Banking. Breiten Raum nahmen auch die Lösungen und Beratungsleistungen speziell für mittelständische Betriebe ein.
Als neuen Besucherservice stellte die CEBIT 2004 erstmals in allen Hallen und Kongresszentren ein Wireless-LAN zur Verfügung. Mit Hilfe von über 200 Access Points konnte sich jeder Besucher, der über ein WLAN-fähiges Endgerät verfügt, über das IEEE-802.11b-Netz mit 11 MBit/s im 2,4-GHz-Band ins Internet einloggen. Das von T-Systems realisierte WLAN war allerdings nur über eine Value-Card-Akkreditierung verfügbar. Diese Prepaid-Karten haben Zeitguthaben von einer (10 Euro), vier (35 Euro) oder zehn Stunden (85 Euro).
Ansonsten änderte sich logistisch und organisatorisch auf der Elektronik-Messe gegenüber dem Vorjahr kaum etwas. Schließlich sollten sich die Besucher auf der CeBIT möglichst schnell zurechtfinden. Deshalb stellten Unternehmen aus dem Bereich "Informationstechnik" weiterhin im Norden, die aus dem Bereich "Telecommunication & Networks" im Südwesten des Messegeländes aus. "Software & Services" waren wie gewohnt an der Ostseite untergebracht. Fazit: Trotz schlechter Marktsituation, die sich nicht nur für die Firmen, sondern vor allem auch für die User bemerkbar macht, war die Leinemetropole mal wieder eine Reise wert.

Marc Hairapetian  
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